Wir gratulieren:
Zum 90. Geburtstag von Margret Zumstrull
am 24.August
2025
Eine der bekanntesten Bürgerinnen Bad Iburgs, Margret
Zumstrull, die frühere langjährige Leiterin des Iburger Gymnasiums, feiert
heute ihren 90. Geburtstag. Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich die
Pädagogin außerdem im Heimatverein Glane und hat dort das Glaner Heimatarchiv
initiiert und aufgebaut, das sich auf Hof Averbeck befindet. Bis heute leitet
die gebürtige Oesederin den Arbeitskreis Archiv des Heimatvereins.

Foto: Heimatverein Glane
Als Margret Zumstrull 1985 in die Leitung des Gymnasiums Bad
Iburg berufen wurde, war es überhaupt nicht selbstverständlich, einer Frau eine
solche Leitungsposition anzuvertrauen. Dass sie damit eine Vorreiterin der
Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Führungspositionen war, würde
Margret Zumstrull selbst nie besonders betonen, und doch ist sie sich dessen
durchaus bewusst. „Nur weil du eine Frau bist, bist du nicht schlechter als
diese Männer“, wird sie 2004, also wenige Jahre nach ihrer Pensionierung als
Schulleiterin, in einer Veröffentlichung des Landschaftsverbandes Osnabrücker
Land zitiert.
Als Gymnasiallehrerin war Margret Zumstrull eine
Quereinsteigerin. In Oesede in beschwerlichen Kriegs- und Nachkriegszeiten
aufgewachsen, absolvierte sie zunächst eine kaufmännische Lehre bei einer
Auskunftei in Osnabrück, arbeitete in der katholischen Akademie
Franz-Hitze-Haus in Münster als Chefsekretärin für den damaligen Leiter
Albrecht Beckel, den späteren Oberbürgermeister von Münster und
CDU-Landtagsabgeordneten. Margret Zumstrull qualifizierte sich dann in einem
Studium der Geschichte und Germanistik in Münster und Tübingen für die Arbeit
als Lehrerin an einem Gymnasium. Sie unterrichtete am Gymnasium Carolinum in
Osnabrück, wechselte aber schon bald als Referentin ins Kultusministerium
Hannover und leitete dort zahlreiche Kommissionen, die die Lehrpläne für das
damals neue Kurssystem an der gymnasialen Oberstufe erarbeiteten. Auf eigenen
Wunsch ging sie zurück ans Carolinum, um dort als Studiendirektorin die
Oberstufe zu koordinieren.
Am 1. Februar 1985 übernahm sie die Leitung des Gymnasiums
Bad Iburg. 16 Jahre lang führte sie das Gymnasium und prägte eine Ära des 1948
als niedersächsische Heimschule gegründeten Traditionsgymnasiums. Im
Mittelpunkt ihrer Pädagogik sah sie immer die Erziehung zum toleranten,
weltoffenen und friedfertigen Menschen und wandte sich stets gegen
Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass - Prinzipien und Werte, die heute
aktueller denn je sind. Besonders am Herzen lag ihr die von ihr selbst mit gegründete
Partnerschaft des Iburger Gymnasiums mit einer Schule im litauischen Pagegiai. Viele
Male reiste sie selbst nach Litauen. Als Margret Zumstrull zum 1. Februar 2001
in den Ruhestand ging, verlieh der damalige Landrat Manfred Hugo ihr für ihre
Verdienste die Ehrenmedaille des Landkreises Osnabrück.
Seit Jahrzehnten, verstärkt insbesondere nach ihrer aktiven
Zeit am Gymnasium Bad Iburg, widmet sich Margret Zumstrull bis heute einer
vielfältigen ehrenamtlichen Arbeit. Besonders wichtig war der praktizierenden
und kritischen Katholikin das Engagement in der katholischen
Schwangeren-Beratung Donum vitae (lat.: Geschenk des Lebens). Als die
Organisation, die sich als Hilfsangebot für Frauen, Männer und Paare versteht,
die durch Schwangerschaft in eine schwierige Situation geraten, 1999 von
Mitgliedern des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken gegründet wurde, war
sie von Anfang an dabei. Von 1999 bis 2009 führte sie den Landesverband
Niedersachsen von Donum vitae. Öffentlich bedauerte sie, dass die deutschen
Bischöfe der engagierten Beratung von Schwangeren ihre Unterstützung versagten,
eine Entwicklung, die wohl bis heute ihre durchaus kritische Einstellung zur
männerdominierten Hierarchie der katholischen Kirche prägt.
Als Christin setzte sich Margret Zumstrull auch immer wieder
für die Ökumene ein. Viele Jahre engagierte sie sich deshalb im Arbeitskreis
Ökumene der Iburger Kirchengemeinden an führender Stelle. Die Bürger in Bad
Iburg kennen Margret Zumstrull aber auch als langjährige Mitorganisatorin eines
Bücherflohmarktes der Glaner Pfarrgemeinde, dessen Erlös stets an ein Projekt
für Straßenkinder in Brasilien geht. Oder als Mitinitiatorin eines
Straßenflohmarkes im Stadtteil Glane im Bereich der Straßen Prozessionsweg,
Visbecker Ring und Heidkamp, der seit 2005 stattfindet und dessen Erlös an eine
Schule im afrikanischen Benin geht.
Als Margret Zumstrull Anfang 1999 dem Heimatverein Glane
beitrat, begann ein besonderes Kapitel des ehrenamtlichen Engagements der Pädagogin.
Sie erlebte die Umwandlung des Glaner Hofes Averbeck in das heutige Kultur- und
Begegnungszentrum von Anfang an mit und war den Geschwistern Adolf und Maria Averbeck,
den inzwischen verstorbenen letzten Eigentümern des mehr als 1.000 Jahre alten
Hofes, eng verbunden. Ihr Interesse gilt dabei auch den Aufgaben der 1994 ins
Leben gerufenen Averbeck-Stiftung.
Nach der Renovierung des Speichers auf Averbecks Hof und
seiner Umwandlung in das Heimatmuseum Glane konnte auf Initiative von Margret
Zumstrull so manche Sonderausstellung dort präsentiert werden. Die Einrichtung
der Dauerausstellung im Heimatmuseum wurde von ihr mit begleitet.
Ihr Hauptaugenmerk aber lag seit 2003 auf der Einrichtung
des von ihr initiierten Heimatarchivs Glane. Hier werden Schriftgut, Urkunden,
Sitzungsprotokolle, handschriftliche Aufzeichnungen und anderes mehr aus vielen
Jahrhunderten Heimatgeschichte gesammelt, gesichtet, systematisch geordnet und
geschichtlich Interessierten zur Verfügung gestellt. Fast alles stammt aus Beständen,
die von Privatpersonen gestiftet werden. Eine Heimatbibliothek (5.000 Bücher),
eine große Totenzettelsammlung (8.000 Exponate) und eine umfassende Sammlung
von Gebet- und Andachtsbüchern ergänzen die Einrichtung. Den Heimatbegriff
fasst Margret Zumstrull nicht zu eng auf. „Glane ist Heimat, aber auch Bad
Iburg, das Osnabrücker Land, Niedersachsen und sogar Deutschland sind unsere
Heimat“, betont sie immer wieder. Deshalb sind die Sammlungen des Glaner
Heimatarchivs nie auf Glane beschränkt gewesen.
Seit 2016 sind
Heimatarchiv und Heimatbibliothek in renovierten Räumen von Averbecks Hof
untergebracht und finden heute auch in Fachkreisen große Beachtung. Das liegt sicher auch daran, dass Margret
Zumstrull großen Wert darauf legte und legt, dass das Heimatarchiv Glane nach
möglichst professionellen Gesichtspunkten geführt wird. Dazu nahm sie immer
wieder die Hilfe der Archivare des Niedersächsischen Landesarchivs in Osnabrück
in Anspruch.
„Es ist dem Heimatverein Glane eine besondere Ehre und
Freude, Margret Zumstrull als aktives Vereinsmitglied erleben zu dürfen. Ihr
ehrenamtliches Engagement sowie ihre Hilfsbereitschaft und Kompetenz sind seit
mehr als 25 Jahren eine große Bereicherung für unsere Vereinsarbeit.
Wir
gratulieren Margret Zumstrull sehr herzlich zu ihrem runden Geburtstag“, sagt
Agnes Wiemann, die Vorsitzende des Heimatvereins Glane.
Lothar
Schmalen, 24. August 2025
Der Heimatverein Glane gratuliert Margret Zumstrull ganz herzlich
zum 90. Geburtstag
und wünscht ihr noch viele schöne Lebensjahre bei guter Gesundheit!