Sonntag, 25.10.2026
Verhaftungswelle in Glane – Als Radiohören ein Verbrechen war
Unser Vereinsmitglied Lothar Schmalen hat die Fakten dieser
Verhaftungswelle umfangreich recherchiert und hielt darüber an
diesem Sonntag-Nachmittag, auf der Diele von Averbecks Hof vor mehr als 100 interessierten Zuhörern einen
ebenso spannenden wie nachdenklich stimmenden Vortrag.


In Glane ereignete sich kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 eine
Verhaftungswelle, die das ganze Dorf in Aufregung versetzte.
Innerhalb kürzester Zeit schlug die Geheime Staatspolizei (Gestapo) 11 Mal zu. Die Mehrzahl der Verhafteten wurde wenig später vom nationalsozialistischen Sondergericht in Hannover zu Gefängnis- oder Zuchthausstrafen verurteilt - wegen des verbotenen Abhörens von "Feindsendern".
Elf Glaner Mitbürger wurden damals inhaftiert und hart bestraft, weil sie sich im Radio bei ausländischen Sendern informiert haben bzw. ihre kritische Meinung über das autoritäre Nazi-Regime geäußert haben. Lothar Schmalen berichtete auch von seinen Gesprächen mit wenigen noch lebenden Zeitzeugen, wie Franz Hagedorn, der als Kind erleben musste, wie sein Vater damals von der Gestapo abgeführt wurde.
Allen Zuhörern wurde deutlich, dass Meinungs- und Pressefreiheit ein hohes Gut ist, welches unbedingt bewahrt werden muss.
Lothar Schmalen hat das Ergebnis seiner Recherche auch im neuen Heimatjahrbuch 2027 veröffentlicht.
Das Heimatjahrbuch ist im Buchhandel und beim Heimatverein Glane für 14,90€ erhältlich.